Gipsabbau am Prösselbuck und neben der Bauschuttdeponie durch die Firma Knauf

Vorstellung des Vorhabens durch das Bergamt Nordbayern und die Knauf Gips KG in der Stadtratssitzung vom 06.04.2006
Herr Schirmer (Firma Knauf Gips KG) stellt zunächst das Werk Neuherberg und anschließend die Voranfrage zum Gipsabbau dar. Die Firma Knauf beabsichtigt, zur mittelfristigen Sicherung der Rohstoffversorgung des Werkes Neuherberg (ca. 25 bis 30 Jahre) für die Calciumsulfatvorkommen im Gebiet der Stadt Burgbernheim Abbaugenehmigungen zu beantragen. Die Vorkommen befinden sich zum einen südöstlich der Schulstraße und zum anderen östlich der Bauschuttdeponie Burgbernheim und sollen ab dem Jahr 2008 abgebaut werden. Insbesondere im Bereich südöstlich Schulstraße befinden sich Vorkommen, die aufgrund ihrer mineralogischen und chemischen Zusammensetzung für die Qualität der Knauf-Produkte von großer Bedeutung sind.
 
Abbaufläche östlich der Bauschuttdeponie:
Das Rohstoffvorkommen befindet sich nördlich der Bundesstraße B 470 und östlich der bestehenden Bauschuttdeponie der Stadt Burgbernheim (Karte zum Herunterladen). Die Gewinnung soll im Tagebau erfolgen. Der freigelegte Gips wird im Sprengverfahren zerkleinert und danach per Lkw zur weiteren Verarbeitung ins Werk Neuherberg transportiert.

Abbaufläche südöstlich der Schulstraße (Prösselbuck):
Das Rohstoffvorkommen befindet sich südöstlich der Schulstraße und beginnt ca. 350 m nach der letzten Wohnbebauung (Karte zum Herunterladen). Der Abbau des Rohsteins soll in zwei Abschnitten im Tage- und Untertagebau durchgeführt werden. Zunächst werden Mutterboden und Abraum abgeschoben und jeweils separat auf der Lagerstätte deponiert (Profilschnitt zum Herunterladen). Der freigelegte Gips wird im Sprengverfahren zerkleinert und nach Neuherberg transportiert. Nach Südwesten hin steigt die Überdeckung der Lagerstätte auf über 10 m an, sodass dort die Gewinnung im Untertagebetrieb eingerichtet wird. Parallel dazu wird der Tagebau zunächst in Richtung Nordwesten, danach in Richtung Südosten fortgesetzt. Die Gewinnung im Untertagebetrieb erfolgt ebenfalls durch Sprengungen. Abgebaute Bereiche werden anschließend entsprechend der durch Sonderbetriebsplan festgesetzten Folgenutzung angelegt.

Der Sprengstoffsachverständige Busch erläutert, dass die zum Einsatz kommende Menge Sprengstoff abhängig zur Entfernung des nächsten Objektes ist. Solange die maßgeblichen Anhaltswerte eingehalten werden, sind Schäden an der Bausubstanz nicht zu erwarten. Begleitend zum Abbau müssen Sprengerschütterungsmessungen durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob die getätigten Annahmen zutreffend sind. Die Firma Knauf wird im eigenen Interesse im Vorfeld Beweissicherungsverfahren durchführen.
 
Im Rahmen der Bürgerversammlung im Juli 2006 wurde die Allgemeinheit über das Vorhaben informiert sowie Gelegenheit gegeben, Fragen an die Fachleute zu richten.

 
Ablehnung des Vorhabens durch den Stadtrat in der Sitzung vom 25.01.2007
Der geplante Gipsabbau wird im Rahmen des Bergrechts geprüft. Nachdem hierzu keine Bürgerbeteiligung vorgesehen ist, hat die Stadt Burgbernheim die Meinungen der Bürger schriftlich eingeholt. Insbesondere wurden folgende Punkte vorgebracht:
  • Eingriff in Natur und Landschaft (einzigartige Streuobstbestände, Landschaftsverbrauch, Erholungslandschaft, Fremdenverkehr, Luftkurort, Lebensraum für gefährdete Tierarten)
  • Eingriff in den Grundwasserhaushalt (kein Abpumpen des Grundwassers, Anlegung von Grundwassermessstellen, kein Absenken des Grundwasserhorizonts, kein Abbau unter höchstem Grundwasserstand)
  • Immissionen, Lärm, Staub, Erschütterungen (Lagerung Sprengstoff, Aufzeichnungsgerät am Rand der Wohnbebauung, Einhaltung Anhaltswerte
  • Verkehrswege, Abtransport
  • Abbau Zeitraum über eine Generation
  • Lebens- und Wohnqualität, Wertminderung
  • Ressourcenverbrauch (Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen), Erforderlichkeit des Abbaus
Der Stadtrat lehnte einen Abbau im Bereich Prösselbuck ab. Zur Begründung kann auf die o. g. Gründe verwiesen werden. Gegen einen Abbau im Anschluss an die Bauschuttdeponie wurden keine Einwendungen erhoben, der Stadtrat stimmte einem Abbau in diesem Bereich zu.

Alternative Bohrungen, um den Abbau im Gebiet Prösselbuck vermeiden zu können
In einem Gespräch zwischen der Stadt Burgbernheim und der Firma Knauf wurde seitens des Unternehmens der Verzicht auf den Abbau im Bereich Prösselbuck in Aussicht gestellt, wenn alternative Bohrungen zwischen der Bauschuttdeponie und Schwebheim entsprechende Mengen und Qualitäten an Gips bringen.

Die Firma Knauf erläuterte in der Stadtratssitzung vom 26.07.2007, dass die Probebohrungen zwischen der Bauschuttdeponie und Schwebheim leider nicht den gewünschten Erfolg brachten und keinen wirtschaftlichen Abbau in diesem Bereich rechtfertigen würden. Das Abbaugebiet "Prösselbuck" bleibt somit weiterhin aktuell. In einem Gesprächstermin sollen Kompromisslösungen gesucht werden.

Gespräch mit der Fa. Knauf Anfang September 2007

In diesem Gespräch versicherte die Fa. Knauf, innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre keinen Gipsabbau im Bereich des Prösselbucks anzustreben. Bezüglich der Fläche neben der Bausschuttdeponie soll der Abbauantrag beim Bergamt kurzfristig eingereicht werden, um in den nächsten Jahren mit dem Abbau beginnen zu können.

 

 

Stadtratssitzung vom 14.03.2013

Bergrecht; Rahmenbetriebsplan für die Gewinnung von Calciumsulfat im Tagebau "Burgbernheim-Nordost" durch die Firma Knauf Gips KG; Beteiligung der Stadt Burgbernheim gem. Art. 73 Abs. 2 BayVwVfG; Stellungnahme zum Antrag

Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben grundsätzlich zu. Folgende Punkte sind im Genehmigungsverfahren besonders zu beachten: Schutz der Kläranlage und Bauschuttdeponie, Beweissicherungsverfahren, Grundwasser, Staub- und Lärmbeeinträchtigungen.

Die Fa. Knauf Gips KG beabsichtigt, neben der Bauschuttdeponie an der Bundesstraße 470 auf einer Fläche von 26 ha Caciumsulfat abzubauen. Über einen Zeitraum von 25 Jahren sollen 2,7 Mio. Tonnen gewonnen werden. Der Abbau erfolgt abschnittsweise und soll später wieder als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden. Es erfolgen zusätzliche naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen.


Beginn Gipsabbauch neben der Bauschuttdeponie

Ende 2016 begannen die Erschließungsarbeiten für die Zufahrt zum neuen Gipsabbaugebiet der Fa. Knauf neben der Bauschuttdeponie an der Bundesstraße B 470. Ab 2017 soll hier mit dem Gipsabbau begonnen werden.